Meine Woche: Papa will Lob

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Seitdem der Frühling losgeht, hat mich der Heuschnupfen schon wieder im Griff und am Abend bin ich manchmal unglaublich müde. Mittwoch war so ein Abend.

Und ehe ich mich versehe, hat mein Mann sich, als er von der Arbeit nachhause kam, in die Küche gestellt und das Abendbrot gezaubert. MEGA!

 "So", meint er, als er das Essen auf den Tisch stellt, "ich hab' sogar die Spülmaschine ausgeräumt. Jetzt will ich aber auch ein Lob."

Und wer lobt mich?

Hat er dann auch gekriegt. Aber insgeheim denke ich mir natürlich: "Du Nasenbär, ich arbeite auch und mach' das normalerweise jeden Tag. Und Lob ist eher so Fehlanzeige, wenn's um mich geht. Ich mach' viel mehr als Du".

Also Papa einfach mehr machen lassen?

Also sollte ich ihm einfach generell mehr Aufgaben übertragen, die ich im Verlauf unserer Beziehung mehr oder weniger übernommen habe, weil ich bin ja emanzipiert und lebe in einer gleichberechtigten Beziehung und so?

Andererseits weiß ich:

- Wenn er die Spülmaschine einräumt , liegen die Müslischalen so ineinandergesteckt, dass sie garantiert nicht sauber werden.

- Wenn er die Wäsche macht, wird irgendetwas entweder sehr klein oder Weißes sehr grau...

- Wenn er einkauft, vergisst er auf wundersame Weise Milch oder Butter - dafür haben wir auf einmal Riesengarnelen im Kühlfach und der Einkauf war doppelt so teuer.

- Und wenn er kocht, sieht die Küche später aus, als hätte darin ein Gemüse-Massaker stattgefunden - an dem ALLE verfügbaren Küchenmesser beteiligt waren.

Dafür will Mann dann natürlich jedes Mal Lob und ich räume anschließend hinterher. Warum ich ihn dann doch lobe? Weil ich es cool finde, dass er zumindest erkennt, wenn mir zwischendurch mal alles zum Halse raushängt und dass er versucht, mich zu unterstützen, selbst wenn diese Hilfe nicht immer sooo optimal ausfällt. Das Gegennteil von "gut gemacht" ist eben manchmal "gut gemeint" - und das ist dann auch in Ordnung.

Ich werde vielleicht nicht gelobt, aber ich fühle mich wertgeschätzt - und empfinde diese Wertschätzung nicht als Kompromiss. Viel schlimmer wär's doch, er würde sich gar nicht einbringen, was ja oft genug und in vielen Familien vorkommt. Und ich fühle mit allen Mamas da draußen, die diese Wertschätzung nicht jeden Tag offensichtlich fühlen.

Fühlt Euch gelobt, ihr Lieben!

Eure Nina

 

 

 

 


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